| Rote Zahlen |
16.03.2026 10:25:00
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Tecan-Aktie rutscht ab: Transformationsprogramm nach schwachem 2025 geplant
Tecan ist im vergangenen Geschäftsjahr wegen Wertminderungen tief in die roten Zahlen gerutscht.
Der Umsatzrückgang um 1,6 Prozent in Lokalwährungen auf 882,5 Millionen Franken ist bereits seit Anfang Januar bekannt. Neu sind dagegen die Gewinnzahlen. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) fiel 2025 auf 142,1 Millionen Franken von 164,4 Millionen im Jahr zuvor, wie Tecan am Montag bekannt gab. Die entsprechende Marge kam bei 16,1 Prozent (VJ 17,6%) zu liegen.
Ohne die kombinierten negativen Auswirkungen von Wechselkurseffekten und Zöllen in Höhe von 200 Basispunkten lag die bereinigte EBITDA-Marge bei 18,1 Prozent und entsprach damit den im März kommunizierten Prognosen.
Wertminderungen von 140 Millionen
Unter dem Strich rutschte Tecan mit einem Verlust von 110,7 Millionen Franken sogar tief ins Minus. Grund dafür seien nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 139,5 Millionen, die aus der strategischen Restrukturierung weniger rentabler oder verlustbringender Produktlinien resultierten.
Mit den Zahlen liegt Tecan bis auf den Gewinn im Rahmen der Analysten-Schätzungen (AWP-Konsens). Einen Verlust hatte allerdings keiner der Experten erwartet.
Den Aktionären will Tecan eine unveränderte Dividende von 3,00 Franken zahlen. Zudem schlägt der Verwaltungsrat der Generalversammlung am 15. April die Wahl vom Straumann-Chef Guillaume Daniellot als neues unabhängiges Mitglied vor.
Vorsichtiger Ausblick und Transformationsprogramm
Mit Blick in die Zukunft zeigt sich der Laborausrüster für 2026 weiterhin vorsichtig: Der Laborausrüster erwartet nur eine allmähliche Erholung der Endmärkte, eine vollständige Normalisierung jedoch noch nicht. "Die Marktentwicklung dürfte sich zwischen einem moderaten Rückgang und einem moderaten Wachstum bewegen", heisst es in der Mitteilung. So rechnet Tecan mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Lokalwährungen.
Derweil dürften die Wechselkurse und die Auswirkungen von Zöllen die Rentabilität auch im Jahr 2026 belasten. Tecan geht davon aus, dass diese externen Faktoren die bereinigte EBITDA-Marge um 110 Basispunkten drücken werden. Unter Berücksichtigung dieser Effekte prognostiziert das Unternehmen eine bereinigte EBITDA-Marge - ohne Restrukturierungs-, Akquisitions- und Integrationskosten - von 15,5 bis 16,5 Prozent.
Diese Prognose beinhaltet auch eine zugrunde liegende Rentabilitätsverbesserung von 50 bis 150 Basispunkten, die aus dem laufenden Transformationsprogramm resultieren soll. Denn zusammen mit den Zahlen hat Tecan angekündigt, das Transformationsprogramm "Rewired" ins Leben gerufen zu haben. Es soll Tecan zukunftssicher machen und befähigen, "sowohl bei der Innovation als auch bei der Umsetzung herausragende Leistungen zu erzielen".
Tecan bestätigt Mittelfristausblick und peilt Umsatzmilliarde an
Tecan hat am Montagmorgen zusammen mit den Gewinnzahlen für 2025 die Mittelfristziele bestätigt. Unterstützung für die Erfüllung dieser Ziele soll das neu angekündigte Transformationsprogramm "Rewired" liefern.
So geht Tecan laut Mitteilung von einer anhaltenden allmählichen Verbesserung der Endmärkte mit einem Wachstum von 1 bis 3 Prozent in den Jahren 2027 und 2028 aus. Bis 2028 will Tecan darum einen Umsatz von 1 Milliarde Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 Prozent erreichen. Zum Vergleich: Für 2025 erzielte Tecan einen Umsatz von knapp 883 Millionen Franken und eine bereinigte EBITDA-Marge von 18,1 Prozent.
Transformationsprogramm soll helfen
Um diese Ziele zu erreichen, hat Tecan das Transformationsprogramm "Rewired" gestartet. Es soll durch zusätzliche Umsätze und Effizienzsteigerungen in den Bereichen Operations, Vertrieb, Administration sowie Forschung und Entwicklung einen Beitrag im Umfang von 200 bis 300 Basispunkten leisten.
Ab 2029 geht Tecan von einer Rückkehr zu normalen Marktbedingungen mit einem Marktwachstum im bisherigen Bereich von 3 bis 5 Prozent aus. In diesem Umfeld erwartet Tecan eine Rückkehr zu durchschnittlichen organischen Wachstumsraten im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Lokalwährungen bei gleichzeitiger kontinuierlicher Verbesserung der Rentabilität.
"Unser Transformationsprogramm ist auf Portfoliooptimierung sowie kommerzielle und operative Exzellenz ausgerichtet", wird Tecan-Chefin Monica Manotas in der Mitteilung zitiert. "Wir konzentrieren uns darauf, zu profitablem Wachstum zurückzukehren und unser Unternehmen gleichzeitig für die unmittelbare Zukunft und darüber hinaus zu positionieren."
Mit dem Programm reagiert der Laborausrüster nicht zuletzt auf die Entwicklung im Jahr 2025. Die Leistung in dem Jahr spiegle nicht das Potenzial von Tecan wider, so die Unternehmenslenkerin weiter. "Wir arbeiten entschlossen daran, dies zu ändern." Das Kerngeschäft sei intakt und die Bilanz stark.
Laut Manotas richtet Tecan seine Strategie auf Trends wie künstliche Intelligenz, Automatisierung, steigende wissenschaftliche Komplexität und auch den wirtschaftlichen Druck aus. Sie gehe davon aus, dass diese Kräfte in den nächsten zehn Jahren ein deutliches Wachstum in der Laborautomatisierung bewirken werden.
So reagiert die Aktie
Die Aktien von Tecan sind am Montag im frühen Handel unter Druck. Analysten reagieren unterschiedlich auf die Bilanz.
Tecan fallen an der SIX zeitweise um 3,6 Prozent auf 117,10 Franken. Im frühen Handel waren sie zunächst bis auf 115,70 Franken und damit den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren gefallen.
Auch wenn einige Analysten wie bei Octavian oder Vontobel die Zahlen als eher gemischt bewerten, können die zuständigen Analystinnen dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen. So hebt die Octavian-Expertin hervor, dass die Ziele für eine völlige Wachstumserholung weiter nach hinten verschoben wurden. Gleichzeitig dürften diese Präzisierungen aber auch so etwas wie Klärung mit sich bringen.
Bei Vontobel wiederum heisst es, Tecan befinde sich mitten in einem Sturm. Sowohl Währungseinflüsse als auch die US-Zollpolitik belasteten.
Derweil hebt der zuständige UBS-Analyst vor allem das zweite Semester 2025 hervor. Es sei Tecan gelungen, in der zweiten Jahreshälfte besser als erwartet abzuschneiden. Allerdings dürfte der Ausblick für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele für Konsensanpassungen nach unten sorgen.
AWP
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